Die Erteilung eines „Schengen-Visums“ darf nur aus den ausdrücklich im Visakodex der EU vorgesehenen Gründen abgelehnt werden.
Die nationalen Behörden verfügen jedoch über einen weiten Beurteilungsspielraum bei ihrer Feststellung, ob einer dieser Ablehnungsgründe für den Antragsteller gilt

vgl. Presseerklärung EuGH vom 19. Dez. 2013

Urteil des EuGH vom 19.12.2013, C-84/12, Rahmanian Koushkaki ./. Bundesrepublik Deutschland

Bisher ging man beim Auswärtigen Amt davon aus, dass über den Visumsantrag betreffend ein Schengenvisum im Wege des Ermessens entschieden werden könne, die Ermessensausübung ansich war nie überprüfbar durch das Verwaltungsgericht. Lediglich der Ermessensnichtgebrauch und die “falsche Ermessensausübung” waren überprüfbar. Das hat sich nun geändert. Der EuGH ist der Auffassung, dass es sich bei den Vorschriften der Visumserteilung um unbestimmte Rechtsbegriffe handelt, die gerichtlich vollständig überprüfbar sind.

Bei der Beantragung eines Schengenvisums, bzw. Touristenvisums oder Besuchervisums ist zu beachten, dass nur der Antragsteller Chancen auf Erteilung eines Visums hat, der glaubhaft macht, dass er in seinem Herkunftsland “verwurzelt” ist, also gewiss ist, dass er in sein Herkunftsland auch zurückkehrt. Auch ein Antrag auf eines sogenannten Schengen-Visums bedarf daher der gründlichen Vorbereitung. Es ist ratsam sämtliche Unterlagen einzureichen, durch die bewiesen wird, dass eine Rückkehr beabsichtigt ist, wie Darstellung der Familienverhältnisse, Eigentum, Einkommen, Grundbesitz und Lohnbescheinigungen. Leider kommen die Botschaften ihrer Verpflichtung nicht nach, detaillierte Hinweise zu geben. Im Zweifel sollte daher bereits vor der Beantragung ein fachkundiger Anwalt zu den Einzelheiten befragt werden.